
Lieber Einwohner:innen des Zabergäu,
mit großem Bedauern müssen wir Euch heute informieren: Die Notfallpraxis in Brackenheim wird zum 30. November geschlossen.
Seit der Petition von Janine Pawlik, die unter dem Motto "Erhalten Sie die Notfallpraxis in Brackenheim am Leben" gestartet wurde, haben wir alles versucht, diese wichtige Einrichtung zu erhalten.
Unsere Aktivitäten
- Petition mit tausenden Unterschriften und Übergabe an den Petitionsausschuss des Landtags, um Verantwortliche zum Umdenken zu bewegen.
- Brief-/E-Mail-Aktion an Bundestagsabgeordnete und Minister.
- Dialogversuche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), mit SLK-Kliniken, Kreistag und kommunalen Vertretern, um alternative Modelle oder Kompromisse vorzuschlagen.
- Große Kundgebung mit geladenen politischen Unterstützenden.
- Einbindung der lokalen Politik und Vereinen, z. B. Bürgermeister, Kreis und Gemeinderäte und den Förderverein Gesundheitsversorgung Zabergäu und Umgebung e. V., umd gemeinsame Lösungen zu finden.
Unsere bisherigen Forderungen und Vorschläge
- Weiterbetrieb der Notfallpraxis in der bewährter Struktur, wie sie seit 2020 besteht.
- Sicherstellung einer wohnortnahen Versorgung, auch außerhalb der regulären Sprechzeiten.
- Transparente Kommunikation seitens der KVBW und faire Berücksichtigung der besonderen Situation der ländlichen Regionen.
- Berücksichtigung unserer Lösungsvorschläge, wie z. B. Ausweitung von Öffnungszeiten an anderen Standorten als Ersatz, finanzielle Unterstützung für den Betrieb, Kooperationen mit umliegenden Praxen und Kliniken. Die Vorschläge wurden bislang nicht angenommen.
Warum die Schließung nicht akzeptabel ist
- Die Notfallpraxis ist ein essenzieller Bestandteil der medizinischen Grundversorgung im Zabergäu und Umgebung – Menschen aus Brackenheim und den Teilorten sind auf kurze Wege und schnelle Hilfe angewiesen.
- Die Schließung bedeutet für viele längere Anfahrtswege, mögliche Verzögerungen in der Versorgung und Zusatzbelastungen für umliegende Notaufnahmen.
- Gerade in einer Zeit, in der Ärztemangel, demografische Veränderungen und Überlastung in Krankenhäusern große Herausforderungen darstellen, brauchen wir Einrichtungen wie diese Notfallpraxis.
- Es geht nicht nur um Komfort – es geht um Sicherheit, um Vertrauen und das Recht auf eine angemessene medizinische Versorgung vor Ort.
Was nun?
Wir lassen uns nicht entmutigen. Auch wenn die endgültige Entscheidung gefallen ist, sehen wir diese Schließung nicht als das Ende, sondern als Aufforderung.
- Für uns als Bürger:innen: weiter laut sein, öffentlich machen, mitnehmen, vernetzen.
- Für die Politik: Verantwortung übernehmen – dafür sorgen, dass die Beschlüsse die gemacht wurden, auch eingehalten werden.
- Für die KVBW und andere Verantwortlichen: prüfen Sie nocheinmal alle Alternativen, berücksichtigen Sie, was bereits geleistet wurde und arbeiten Sie gemeinsam mit der Region an Lösungen, die nicht zu Lasten der Menschen hier vor Ort gehen.
- Woran wir noch festhalten: die Idee eines Randzeiten MVZs, betrieben von den Zabergäukommunen. Wir bleiben dran.
Wir danken allen, die uns mit ihrem Engagement, ihren Unterschriften, mit Gesprächen, Pressebeiträgen und Solidarität unterstützt haben. Unser Engagement für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist noch nicht vorbei – den Gesundheit ist kein Luxus, sie ist ein Recht. Ihr kennt Ärzte, die ansprechbar sind für die Idee eines kommunalen MVZs? Sprecht uns an!
Mit solidarischen Grüßen
Eure Initiative "Notfallpraxis retten Brackenheim"